Die Apotheke.

Partnerin für mein gesünderes Leben.

Der Tod kommt ungeladen und meistens auch ungelegen

Wie Sie verhindern können die falschen Arzneimittel zu kaufen.

Nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2017 sterben jährlich etwa eine Million Menschen an gefälschten Medikamenten. Im weltweiten Handel sollen circa zehn Prozent der Medikamente gefälscht sein, in Afrika sind es bis zu 42 Prozent.

Der weltweite Handel besteht einerseits aus dem legalen Handel. Dieser wird über autorisierte Organisationen wie Apotheken abgewickelt. Andererseits aus dem illegalen Handel, der hauptsächlich über das Internet läuft. Im Internet sind in Österreich ungefähr 95 Prozent aller vertriebenen Arzneimittel, die analysiert wurden, Fälschungen.

Warum können Plagiate eine tödliche Wirkung haben? Es gibt gefälschte Medikamente, die keinen Wirkstoff enthalten. Wenn man die einnimmt, ist es so, als wenn man nichts tun würde. Bei einer einfachen Erkältung mag das nicht so schlimm sein. Bei Malaria oder Krebs aber sehr wohl. In manchen Fällen enthalten Fälschungen zu wenig Wirkstoff. Weniger Inhaltsstoffe helfen aber nicht ein bisschen weniger, sondern gar nicht. Weniger Inhalt bedeutet bei Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, dass die Erreger-Stämme resistent gegen das Mittel werden. Danach hilft auch die normale Dosis der Arznei nicht mehr. Schließlich gibt es noch gefälschte Arzneimittel, die giftige Substanzen enthalten, wie Lacke, Frostschutzmittel oder Rattengift. Da liegt es auf der Hand, warum es zur Todesfolge kommen kann. Ist das jetzt nicht etwas übertrieben?

Es handelt sich zweifelsohne um Extremfälle, aber sie sind vorgekommen. In Panama starben 2007 zum Beispiel 365 Menschen, weil der giftige Stoff Diethylenglykol in einem Hustenmittel enthalten war. In Pakistan kamen 2012 mehr als 100 Herzpatienten um, weil ein Medikament toxische Substanzen enthielt. Der ehemalige EU-Kommissar für Unternehmen und Industrie, Günter Verheugen, nannte damals derartige Praktiken: versuchter Massenmord. Und nichts weniger ist es. Auch wenn strenge Regeln, hohe Qualitätsstandards und die Rezeptpflicht bei vielen Medikamenten Kundinnen und Kunden manchmal als unnötige, bürokratische Hürde erscheinen, kann man sich in Österreich doch glücklich schätzen über das hohe Niveau und die ausgereiften Sicherheitsstandards, die über Jahrzehnte erarbeitet wurden. Todesfälle gab es bisher hauptsächlich in Entwicklungs- und Schwellenländern. Weil dort die Zahl der im Umlauf befindlichen, gefälschten Medikamente wesentlich höher ist.

Quellen: