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Sparflammen verrußen die Seele

Über die Risiken gefälschter Psychopharmaka aus dem Internet

Fast 20 Prozent aller Menschen sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal von einer Depression betroffen. In Österreich leiden jedes Jahr etwa 900.000 Menschen an psychischen Erkrankungen. Der Großteil davon erhält eine Behandlung mit Psychopharmaka, also Medikamente zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Und die Zahlen sind in den letzten 20 Jahren gestiegen.¹²

Zu den Varianten an Psychopharmaka, die am häufigsten eingesetzt werden, zählen: Neuroleptika, diese werden in erster Linie bei psychotischen Erkrankungen eingesetzt. Antidepressiva, die man, selbstredend bei Depressionen verwendet. Und Tranquilantien, die Angst- und Spannungszustände lösen sollen. Letztere kommen heutzutage nur noch in Notfallsituationen und bei Krisen zur Anwendung, weil sie ein hohes Suchtpotenzial haben. Die typischen Nebenwirkungen von psychoaktiven Substanzen sind Gewichtszunahme, Magen- und Darmbeschwerden, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Libidoverlust. Bei einigen Menschen tritt auch Antriebslosigkeit und ein stark eingeengtes Interessensfeld auf. Unbehandelt steigt das Suizidrisiko bei Depressionen um das drei- bis vierfache gegenüber dem normalen Durchschnitt.

Die Liste der Nebenwirkungen zeigt, dass psychische Erkrankungen unbedingt mit Spezialisten besprochen werden sollten und entsprechende Medikamente eine ärztliche Verschreibung benötigen. Leider greifen immer mehr Menschen zu mehr oder weniger legalen Medikamenten aus dem Internet. Der Zugang zu diesen wird über dubiose „Internet-Apotheken“ immer verlockender. Marktschreierisch werden sie teilweise rezeptfrei angeboten. Daher wird auch der Medikamenten-Missbrauch zunehmend ein Problem. Unsere schnelllebige Zeit mit der Suche nach raschen und einfachen Lösungen macht also auch hier nicht Halt: online, rezeptfrei und sofort verfügbar. Immer mehr Menschen bestellen Psychopharmaka aus dem Internet und sind sich dessen nicht bewusst, dass diese Pillen aus bedenklichen Hinterhof-Labors stammen, dass niemand sagen kann, ob und welche Wirkstoffe enthalten sind.

Die Heilung der Seele ist komplexer als ein Schnupfen. Wer an psychischen Erkrankungen leidet, sollte umgehend ein Gespräch mit einer Ärztin bzw. einem Arzt oder Psychiaterin bzw. Psychiater suchen, um gemeinsam eine gesamtheitliche Lösung zu finden. In der Apotheke wird einem dann mit der richtigen Dosierung gerne weitergeholfen. Eine gefälschte Pille aus dem Internet alleine macht die Situation dagegen nur schlimmer.

¹ Österreichische Gesundheitsbefragung 2014
² Depression in Zahlen