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Warum Rezeptpflicht sinnvoll ist

Viele Medikamente sind rezeptpflichtig. Kundinnen und Kunden empfinden es manchmal als ärgerlich, dass sie extra wegen eines Rezeptes zur Ärztin bzw. zum Arzt gehen müssen und nicht einfach gleich in der Apotheke „ihr“ Mittel bekommen. Besonders wenn Patientinnen und Patienten Arzneimittel schon seit vielen Jahren verabreicht bekommen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch die nächsten Jahre einnehmen werden müssen.

Für ältere oder gebrechliche Menschen sind die vielen Wege anstrengend, sie hätten am liebsten nur einen kurzen Gang zur nächsten Apotheke, bei der sie dann alles bekommen, was sie benötigen. Rezepte gelten außerdem nur für einen bestimmten Zeitraum – ein Monat üblicherweise – und müssen danach erneuert werden. In einigen Fällen kommt es vor, dass die Rezeptgebühr teurer ist als das Medikament, was Kundinnen und Kunden ebenso verärgert.

Warum ist das so? Zunächst einmal dürfen nur Ärztinnen und Ärzte Diagnosen stellen und entscheiden, ob ein rezeptpflichtiges Medikament verschrieben werden darf oder nicht. Zuweilen kann man nämlich die Wirkung bei Arzneimittel nicht einfach mit „ist geeignet oder nicht“ beantworten. Sondern es geht um die Frage: überwiegen die Vorteile gegenüber den Nebenwirkungen? Die Abwägung dieser Balance ist nicht immer ganz einfach zu beurteilen. Deswegen ist es wichtig, dass sich Fachleute damit befassen.

Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist das Rezeptpflichtgesetz in Österreich relativ streng. Diese strikten Regeln bedeuten manchmal einen Mehraufwand für Kundinnen und Kunden. Sie können aber auch lebensnotwendig sein, wie das Beispiel Contergan zeigt: Contergan war in den 1960er Jahren in Deutschland ein rezeptfreies Beruhigungsmittel, das viele Frauen während der Schwangerschaft einnahmen. Die Folgen waren verheerend: unzählige Kinder kamen mit Fehlbildungen auf die Welt. Österreich blieb dieser Skandal erspart, weil Contergan von Anfang an rezeptpflichtig war.

Was vor etwa 55 Jahren Contergan war, können heute gefälschte Medikamente aus dem Internet sein. Diese werden zum Großteil unter fragwürdigen, hygienischen Bedingungen hergestellt, nicht vorschriftsmäßig gelagert und enthalten häufig keine, falsch dosierte oder sogar gefährliche Wirkstoffe. Was den Preis eines Medikaments und dessen Rezeptgebühr betrifft, wird ohnehin der jeweils günstigere verrechnet. Niemand wird also dafür bestraft, ein Rezept holen zu müssen. Insgesamt kann man also froh sein, dass in Österreich so hohe Qualitätsstandards bei Arzneimitteln gelten und dass man in der Apotheke sicher sein kann, geprüfte, geeignete Präparate zu erhalten.